Navigationsbild mit GIMP/Inkscape
Aus einem Foto am Wegpunkt in Fahrrichtung unter Verwendung von mit Inkscape erstellten vektorgrafischen Bildelementen entsteht in GIMP ein Navigationsbild zum Wegpunkt
Einfache Zutaten zum aussagekräftigen Navigationsbild
Die Zutaten für die Erstellung eines Navigationsbildes zu einem Wegpunkt bestehen aus wenigen Elementen:
- dem Foto des Wegpunktes in Fahrtrichtung zum nächsten Wegpunkt,
- Ggf. Ausschnittvergrößerungen von Straßenschildern, Wegweisern und anderen Hinweisschildern,
- einfach gestalteten Pfeilen im Vektorformat als SVG-Dateien - Geradeaus, Halbrechts und Rechts sowie
- dem Maskottchen der Radlotse-Website Robär, der auf jedem Foto in Fahrtrichtung voranfährt und so eine zusätzliche freundliche Orientierungshilfe abgibt - Robär kennt sich aus.
Alle Elemente können anhand der o.a. Links mit
<Rechte Maustaste><Ziel speichern unter> heruntergeladen
werden und in eigenen Navigationsbildern für diese Website verwendet werden.
Wenige Arbeitsschritte zum perfekten Ergebnis
Das im JPEG Format vorliegende Foto wird vom Speichermedium der Kamera oder aus der Sicherung der Originale auf Festplatte oder besser CD/DVD-RW/RAM-Medium mit <Datei><Öffnen> oder <Strg O> in
GIMP
geladen. Bei meiner Kamera sind das Bilder im Format 3648x2736 (10 Mio. Pixel).
Bildausschnitt von Weghinweisen vergrößern
Wichtige Weghinweise zur Orientierung vor Ort, die im Bild zu sehen sind, werden für eine bessere Erkennbarkeit in der Zielauflösung für die Website markiert, vergrößert und so angeordnet, dass sie gut erkennbar sind und trotzdem möglichst wenig vom Ortseindruck verdecken (z.B. Himmel, Dächer und ähnliche Bildelemente dürfen verdeckt sein, ohne die Orientierung zu erschweren).
Mit dem Markierungswerkzeug Elipse (s. rotumrandeten Knopf und Pfeilhinweis im Bild) wird ein runder Auswahlausschnitt um den gewünschten Weghinweis (Straßenname, Wegweiser, Hinweisschild, ...) markiert. Mit der Tastenkombination <Strg C> wird der markierte Ausschnitt in die Zwischenablage kopiert und anschließend mit <Strg V> als neues grafisches Element eingefügt (s. rotumrandetes Element und Pfeilhinweis im Bild rechts). Mit <Ebene><Neue Ebene> wird die <schwebende Auswahl> auf eine separate Bildebene verschoben, die dem Hintergrundbild überlagert wird.
Damit der Inhalt des Wegweisers auch in der Zielauflösung 320x240 (11,4-fache Verkleinerung gegenüber der Originalgröße des Bildes) noch gut zu lesen ist, wird der Ausschnitt des Weghinweises je nach Größe mit der Funktion <Ebene><Ebene skalieren...> auf das 3- bis 6-fache skaliert - im Beispiel habe ich 4-fache Vergrößerung gewählt. Der erste Pfeilhinweis zeigt auf die dem Hintergrundbild überlagerte Ebene mit der Ausschnittvergrößerung. Ursprünglicher Wegweiser und die Platzierung der Ausschnittvergrößerung im Bild sind ebenfalls durch Pfeilhinweise markiert.
Da sich der Wegweiser zur Aufnahmezeit im Schatten befand, hebt er sich vor dem dunklen Hintergrund wenig ab und ist deshalb schlecht lesbar.
Mit der Funktion <Werkzeuge><Farben><Werte> können Farbumfang und Gammawert der ausgewählten Ebene eingestellt werden. Da der gewählte Ausschnitt - erkennbar an der Histogrammdarstellung - fast nur dunkle Farben enthält, schneiden wir im Ausschnitt den Bereich der hellen Farben ab (rote Linie rechts in der Histogrammdarstellung). Den etwas flauen Kontrastumfang des in der Vorschau zu sehenden Ergebnisses erhöhen wir durch Abschneiden der ganz dunklen Farben (rote Linie links im Histogramm). Dadurch werden die Farbwerte des Histogramm-Ausschnitts auf die gesamte Helligkeitspalette verteilt. Die deutliche Anhebung des Gamawertes (1,0 -> 2,5) führt zu einer kontrastreichen gut lesbaren Darstellung des Wegweiser-Ausschnitts. Je nach Helligkeit und Kontrastumfang des ausgeschnittenen Motivs müssen die Einstellungen variiert werden. Die Pfeilhinweise markieren die "Stellschrauben", an denen "gedreht" werden kann, um eine optimale Erkennbarkeit des Weghinweises zu erreichen.
Die Vergrößerungsfunktion von Bitmaps ist normalerweise darauf optimiert, möglichst wenig Pixeligkeit im Ergebnis sichtbar werden zu lassen. Dazu wird das Ergebnis etwas weichgezeichnet. Bei der kontrastreichen Darstellung des Wegweisers kann deshalb die Lesbarkeit durch teilweise Aufhebung dieser Weichzeichnung mit <Filter> <Verbessern> <Schärfen> erhöht werden, ohne die Pixel der Originalauflösung bereits deutlich erkennbar werden zu lassen. Gute und erkennbar schärfere Ergebnisse bei der o.a. Originalauflösung und Vergrößerung von Ausschnitten im Bereich 3- bis 6-fach sind mit der Schiebereglerstellung 75 zu erzielen. Durch Markieren der Checkbox 'Vorschau' (s. Pfeilhinweise) kann das Ergebnis der Schärfung vor der Ausführung begutachtet werden. Ausprobieren ist auch bei diesen Einstellungen zu empfehlen, um das beste Ergebnis für das eigene Material herauszufinden.
Pfeil für die Veranschaulichung der Fahrtrichtung laden
Für die Unterstützung der Orientierung vor Ort wird als nächstes Element ein sich farblich deutlich abhebender Pfeil "auf das Pflaster der Straße gemalt". Dazu wird eine in
Inkscape
erstellte vektorisierte Pfeildarstellung mit <Datei><als Ebene öffnen> direkt auf eine neue Bildebene geladen. Ausgewählt werden kann zwischen den Grundelementen 'Geradeaus', 'Halbrechts' und 'Rechts'. Durch den als 'X-Anteil' bzw. 'Y-Anteil' eingestellten Vergrößerungsfaktor (s. Pfeilhinweis) kann die Ausgangsgröße der Pfeildarstellung im Bild eingestellt werden.
Ein sinnvoller Faktor ist abhängig von der Größe der Pfeildarstellung im Vektorformat (im Beispiel Seitengröße DIN A4) und der Auflösung des Originalbildes (im Beispiel 10 Mio. Pixel). Für die Bedingungen des Beispielbildes hat sich der Faktor '10' für Pfeile im Vordergrund des Bildes als gute Ausgangsgröße gezeigt. Für eher im Mittelgrund des Bildes unterzubringende Pfeile wurde der Faktor 6 verwendet. Bei kleinerer Bildauflösung müssen die Faktoren entsprechend kleiner gewählt werden.
Die Angabe der absoluten Ausgangsgröße des Elementes in Pixeln im Vergleich mit der Gesamtgröße des Originalbildes bietet eine gute Orientierung für die Wahl passender Faktoren. Kleinere Pfeile sind bei anschauungsgerechter perspektivischer Anpassung an das Bild in der Zielauflösung (320x240 Pixel) nicht mehr gut zu erkennen und sollten deshalb nicht verwendet werden. Linkspfeile und andere Richtungsvarianten entstehen durch <Ebene><Transformation><Horizontal spiegeln> ggf. in Kombination mit den Funktionen <Ebene><Transformation><... drehen).
Im nebenstehenden Beispiel wurde das Element 'halbrechts.svg' durch horizontale Spiegelung zu einem Pfeil halblinks. Bei Auswahl der Funktion 'Perspektive' (s. Pfeilhinweis rechts) können die Eckpunkte der Pfeildarstellung bei gedrückter linker Maustaste mit dem Mauszeiger angefaßt und entsprechend der rot eingezeichneten Bewegungspfeile verschoben werden. Im Ergebnis wirkt die perspektivisch angepasste Pfeildarstellung wie "auf das Pflaster gemalt". Die Ankerpunkte des Pfeiles können so lange verschoben werden, bis die perspektivische Darstellung den eigenen Ansprüchen genügt. Ein Klick auf den Knopf <Transformieren> (s. Pfeilhinweis) genügt, um das gewünschte Ergebnis auf der Ebene zu verankern. Solange die Funktion <Perspektive> aktiv ist, reicht ein Mausklick auf die Ebene, um weitere Anpassungen vorzunehmen, die erneut mit <Transformieren> verankert werden.
Jetzt fehlt nur noch der Robär
Zur weiteren Unterstützung der Anschauung und zur Animation des Radfahrspaßes bauen wir jetzt noch den vektorisierten Robär in das Navigationsbild ein. Wieder wählen wir <Datei><Als Ebene öffnen>, um auf das vektorisierte 'robaer_logo.svg' zuzugreifen.
Je nach Platzierung im Mittel- bis Hintergrund hat sich für die Bedingungen des Beispielbildes ein Faktor von 9 bis 7 als geeignete Ausgangsgröße herausgestellt. Die Grundausrichtung (rechts/links) des Robär kann nach dem Laden der Darstellung auf eine eigene Ebene durch <Ebene><Transformation><Horizontal spiegeln> festgelegt werden.
Der Robär darf als Bildelement bei der Erstellung von Navigationsbildern für die Radlotse-Website frei verwendet werden.
Auch die Anpassung des Robär an die Bildperspektive wird mit der Funktion 'Perspektive' durchgeführt. Die Eckpunkte der Robär-Darstellung werden bei gedrückter linker Maustaste mit
dem Mauszeiger angefaßt und entsprechend der rot eingezeichneten
Bewegungspfeile verschoben. Im Ergebnis wirkt die perspektivisch
angepasste Darstellung des Robär wie der in Pfeilrichtung voraus radelnde virtuelle Radlotse - Robär. Wieder genügt ein Klick
auf den Knopf <Transformieren> (s. Pfeilhinweis), um das
gewünschte Ergebnis auf der Ebene zu verankern.
Damit befinden sich alle Elemente des Navigationsbildes in der richtigen Perspektive für eine gute Orientierung vor Ort.
Der Robär dient auch zur sichtbaren Kennzeichnung des Copyrights gegenüber Dritten, die auf die Navigationshilfen auf dieser Website zugreifen und die angebotenen Dienste nutzen.
Anschauliche Unterstützung für die Orientierung vor Ort
Das Ergebnis der Arbeit sichern wir mit <Datei><Speichern unter...> im
GIMP
eigenen XCF-Format zunächst in Originalgröße. Bei der Sicherung im XCF-Format bleiben die mit dem Ursprungsbild aus der Kamera verknüpften Metadaten des sogenannten EXIF-Headers uneingeschränkt erhalten.
Bei Sicherung in anderen Formaten, z.B. TIF oder PNG würden sowohl die Daten des EXIF-Headers als auch die Ebeneninformation verloren gehen. Das Format für die Sicherung kann durch die gewählte Dateiendung - in diesem Fall also '.xcf' festgelegt werden.
Durch die vollständige Sicherung dieser Information verbraucht die Datei zwar mehr Speicherplatz auf der Festplatte. Dafür ist sie jederzeit uneingeschränkt bearbeitbar und einzelne Elemente können ausgestauscht und/oder umgestaltet werden ohne andere Elemente zu beeinflussen.
Für eine druckbare Form der Dokumentation einzelner Routenverläufe eignet sich die Größe 640x480 Pixel bei 300dpi Auflösung. In eine tabellarische Liste der Wegpunkte des Routenverlaufs können die Bilder dieser Größe im Format 5,42x4,06cm eingebettet werden. Damit können je 6 Wegpunkte im Layout einer DIN A4 Seite untergebracht werden. Die Bildgröße wird mit der Funktion <Bild><Bild skalieren> und Eingabe des gewünschten Formats (640x480) und der Auflösung (300dpi) geändert.
Für die bessere Lesbarkeit der enthaltenen Ausschnitte von Weghinweisen werden diese Elemente mit <Filter><Verbessern><Schärfen> geschärft. Die Angabe von 35 bis 50 für die Schärfe hat sich bei der angegebenen Bildgröße für das im Beispiel verwendete Material als guter Wert gezeigt, bei dem das Bild deutlich schärfer erscheint, aber noch keine Überzeichnung der Konturen kontrastreicher Übergänge im Bild erfolgt. Das Ergebnis speichern wir mit der an den Dateinamen angehängten Ergänzung '640x480' zur Kennzeichnung der Bildgröße wieder im Format XCF ab.
Für die Dokumentation der Routen auf dieser Website wird als Zielauflösung das Format 320x240 Pixel bei 72dpi verwendet. In dieser Bildgröße eignen sich die Bilder auch für die Anzeige auf üblichen Handhelds (Palm/Pocket-PC). Um einen Qualitätsverlust durch verkettete Skalierung des Bildmaterials zu vermeiden, machen wir zunächst alle Arbeitsschritte für die Druckauflösung 640x480 mit <Bearbeiten><Rückgängig> oder <Strg Z> rückgängig und wählen dann im mit <Bild><Bild skalieren> geöffneten Eingabefenster die Größe 320x240 Pixel und die Auflösung 72dpi.
In dieser Auflösung schärfen wir ALLE Elemente nach. Für diese Bildgröße ist bei <Filtern><Verbessern><Schärfen> die Angabe von 35 für die Schärfe ein guter Wert. Mit <Strg F> kann der Schärfe-Filter mit den gleichen Einstellungen nacheinander für die in der Liste der Ebenen markierten Elemente wiederholt angewandt werden. Auch dieses Ergebnis wird mit an den Dateinamen angehängter Ergänzung '320x240' im Format XCF gespeichert.
Zuletzt wird das Arbeitsergebnis zum Hochladen in die Bilddatenbank der Radlotse-Website für die Verwendung in den Routenbeschreibungen im JPEG-Format komprimiert abgespeichert.
Als guter Kompromiss zwischen Qualitätseinbuße durch Komprimierung und Verschlechterung der Ladezeiten durch zu große Bilddateien hat sich für die erzeugten Navigationsbilder die Angabe von '65' für die Qualität gezeigt. Markiert sind als 'Erweiterte Optionen' 'Optimieren', 'Baseline JPEG erzwingen' und 'EXIF Daten speichern'. Alle anderen Angaben entsprechen den von
GIMP
vorbelegten Standardeinstellungen für das JPEG-Format. Wird die Checkbox 'Vorschau im Bildfenster anzeigen' markiert, wird zusätzlich ein Vorschaubild erzeugt, das den Qualitätsverlust durch die Komprimierung veranschaulicht. Bei 'Dateigröße' wird die durch Komprimierung erreichte Bildgröße in kByte angezeigt.
Die Speicherung der EXIF Daten an dieser Stelle ist Voraussetzung für das sogenannte "Geotagging" - das Eintragen der Geoposition (Breiten- und Längengrad) zum Zeitpunkt der Aufnahme des Bildes durch Abgleich der in den EXIF Daten enthaltenen ursprünglichen Aufnahmezeit/-datum mit den Angaben in einem zeitgleich aufgezeichneten GPS-Track mit dem Script
gpsPhoto.pl
. Dieser Abgleich muss vor dem Hochladen der Bilder in die Radlotse-Bilddatenbank erfolgen, wenn diese Geo-Information in der Radlotse-Bilddatenbank verfügbar sein soll.

