Navigationshilfe mit GPSBabel/GPS Visualizer
So wird aus den hier oder aus anderen Portalen heruntergeladenen GPS-Trackdaten für Ihre Routenplanung eine GoogleMap mit Ihrer persönlichen Planung als Overlay.
GPS-Tracks zur eigenen Route
Im Radlotse Portal und auf vielen anderen Websites der Bikerszene können Sie aufgezeichnete Tracks von anderen erradelter Touren häufig im GPX Format oder anderen unter Radlern gebräuchlichen Geräteformaten (Garmin, ...) herunterladen. Mit
GPSBabel
können die meisten Formate in das GPX Format konvertiert oder direkt in das in Google Earth und GoogleMap Overlays verwendbare KML Format gebracht werden. Auch für das proprietäre TOP50-OVL-Format, unter dem die Landesvermessungsämter neuerdings die wichtigsten Radwege als Download für die Tourenplanung anbieten, gibt es eine Lösung: Das lässt sich war nicht mit
GPSBabel
wohl aber mit
GPSdings
konvertieren. In manchen Gegenden sind die Landesbehörden aber lernfähig und bieten die Daten alternativ auch direkt im GPX Format an (z. B. Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, ...).
Trackdaten aufbereiten
Leider liegen die aufgezeichneten Tracks überwiegend nicht in der hier im Radlotse Portal benutzerfreundlichen Aufbereitung nach Teilstrecken und Knotenpunkten vor. Das erfordert ggf. etwas Handarbeit. Zwar ist das GPX-Format ein XML-Format, das in einem normalen Texteditor verarbeitet werden kann. Trotzdem ist es bei sich kreuzenden Tracks nicht einfach möglich, den Kreuzungspunkt herauszufinden und die nicht benötigten Teile der Tracks abzuschneiden, um nur die für die eigene Route benötigte Teilstrecke herauszuschneiden.
Kreuzungspunkte von Tracks ermitteln
Im günstigsten Fall haben die sich kreuzenden Tracks am Kreuzungspunkt eine gemeinsame Koordinate (Breiten- und Längengrad). In vielen Fällen ist der gemeinsame Punkt aber in keiner der Trackdateien vorhanden und muss erst ermittelt werden. Am einfachsten ist dies in einem Routenplanungsprogramm, in das die GPS-Tracks eingelesen werden können und dann Punkt für Punkt abgefahren werden können, bis die dem Kreuzungspunkt nächsten Punkte erkennbar werden. Wenn das Navigationsprogramm dies unterstützt, ist die einfachste Möglichkeit, den jeweils nächstliegenden Trackpunkt auf den Kreuzungspunkt zu verschieben, wenn dadurch keine irritierende Abweichung vom vorherigen Trackverlauf entsteht. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn mit bereits vereinfachten, punktreduzierten Tracks gearbeitet wird und nicht mit den Originaltracks der Aufzeichnung mit ausreichend hoher Punktdichte.
In GPX Dateien kann es vor allem dadurch schwierig sein, zu erkennen, welche Teilstrecken entnommen werden können, weil ein Track durchaus aus mehreren Segmenten bestehen kann, die nicht direkt aufeinander folgen und sogar in einzelen Segmenten gegenläufige Richtung haben. Das ist z.B. teils in den von den Landesvermessungsämtern gelieferten OVL-Dateien der Fall und wird nicht bereinigt, wenn diese mit
GPSdings
in das GPX Format konvertiert werden.
Trackabschnitte zwischen Kreuzungspunkten exportieren
Ein Test bekannter OpenSource-Werkzeuge für die Bearbeitung von GPS-Tracks war bisher vergeblich. Keines der Programme ist in der Lage, die Tracks darzustellen und gleichzeitig eine bearbeitbare Liste der Trackpunkte anzuzeigen. Mangels geeigneter OpenSource-Werkzeuge verwende ich deshalb die kostenpflichtige für einzelne PC-Arbeitsplätze in Verbindung mit einem Handheld-Computer (Palm/Pocket-PC) lizensierte Fugawi-Navigations-Software. Es gibt andere kostenpflichtige Alternativen, insbesondere wenn es nicht ein Palm sondern ein Pocket-PC auf Basis von Windows-CE o.ä. sein soll. Das von mir verwendete Programm erlaubt das Öffnen mehrer Trackfenster und zeigt die Position des aktuell im aktiven Trackfenster markierten Trackpunktes in der Kartenübersicht an. Damit lassen sich leicht Kreuzungspunkte identifizieren und die Trackabschnitte zwischen zwei Kreuzungspunkten per Drag'n'Drop in ein neues Trackfenster kopieren. Der Abschnitt wird dann unter dem Namen der verbundenen Kreuzungspunkte im GPS Exchange Format (.gpx) exportiert.
Trackabschnitte zusammenführen
GPSBabel
ist das Werkzeug der Wahl, um heruntergeladene Trackabschnitte zu einer gewünschten eigenen Route in einer Datei zusammenzuführen. Ein einfacher Kommandozeilenbefehl verbindet mehrere im GPS Exchange Format vorliegende Trackabschnitte zu einem Track im KML-Format. Die Trackabschnitte befinden sich im aktuellen Verzeichnis, das Ergebnis wird im Unterverzeichnis gpsbabel gespeichert. Das Unterverzeichnis gpsbabel muss vor Eingabe der nachfolgenden Befehle bereits existieren. So entstanden z.B. die Nord-, Ost-, Süd- und Westroute aus dem hannoverschen Umland zum alljährlichen Maschseefest (aktuell 25. Juli - 12. August 2007):
gpsbabel -i gpx -f h01-h02.gpx -f h08-h10.gpx -f h10-h18.gpx -f h17-h08.gpx -f NS-RFW-H18-H01.GPX -o kml,points=0,lines=1,line_color=AF801FE0 -F gpsbabel/maschseefest_nord.kmlgpsbabel -i gpx -f h03-h12.gpx -f h12-h19.gpx -o kml,points=0,lines=1,line_color=AF801FE0 -F gpsbabel/maschseefest_ost.kmlgpsbabel -i gpx -f h04-h03.gpx -f h04-h13.gpx -f h20-h13.gpx -f h20-ns03.gpx -o kml,points=0,lines=1,line_color=AF801FE0 -F gpsbabel/maschseefest_sued.kmlgpsbabel -i gpx -f h02-h05.gpx -f h06-h05.gpx -f h14-h06.gpx -f h14-h15.gpx -f NS-RFW-H16-H15.GPX -f ns04-h16.gpx -o kml,points=0,lines=1,line_color=AF801FE0 -F gpsbabel/maschseefest_west.kml
GPSBabel
ist nach meinen Tests das einzige Werkzeug, das es
erlaubt, bei der Konvertierung in das Google Earth/Maps Format
festzulegen, ob lediglich Linien (Optionen points=0,lines=1) , Trackpunkte (Option points=1,lines=0) oder beides (Optionen points=1,lines=1)im Overlay
angezeigt werden sollen. Die Farbe der Tracks kann durch die Option line_color=AABBGGRR (hexadezimale Farbkodierung A Alpha -> Transparenz, B Blauanteil, G Grünanteil, R Rotanteil des RGB-Farbraumes) festgelegt werden. Für die Trackdarstellungen im Radlotse-Portal wird die Farbkodierung line_color=AF801FE0 verwendet.
Statt direkt das KML-Format zu erzeugen empfiehlt sich die Zusammenführung im GPS Exchange Format (.gpx). Mit den nachfolgend aufgelisteten Befehlen auf der Kommandozeile werden die gleichen heruntergeladenen GPS Tracks zu GPS Tracks im GPS Exchange Format (.gpx) zusammengeführt:
gpsbabel -i gpx -f h01-h02.gpx -f h08-h10.gpx -f h10-h18.gpx -f h17-h08.gpx -f NS-RFW-H18-H01.GPX -o gpx -F gpsbabel/maschseefest_nord.gpx
gpsbabel -i gpx -f h03-h12.gpx -f h12-h19.gpx -o gpx -F gpsbabel/maschseefest_ost.gpx
gpsbabel -i gpx -f h04-h03.gpx -f h04-h13.gpx -f h20-h13.gpx -f h20-ns03.gpx -o gpx -F gpsbabel/maschseefest_sued.gpx
gpsbabel -i gpx -f h02-h05.gpx -f h06-h05.gpx -f h14-h06.gpx -f h14-h15.gpx -f NS-RFW-H16-H15.GPX -f ns04-h16.gpx -o gpx -F gpsbabel/maschseefest_west.gpx
Dann können Webdienste wie
GPS Visualizer
genutzt werden, um die passende GoogleMap incl. Overlay zu erzeugen und ggf. für weitere Verwendung zu speichern oder auszudrucken. Eine direkte Verwendung der KML Overlays mit GoogleMaps ist nur möglich, wenn Sie eine eigene Website haben, auf der Sie die KML-Datei hinterlegen und wenn Sie sich für einen eigenen API Key registrieren. Das direkte Laden von KML-Dateien bei der interaktiven Overlay-Erstellung in GoogleMaps hat Google nicht vorgesehen.


