Augusttour 2010 in Bayern
Zwischen den Fluten - eine 6 Seen Tour von Lindau durch das Allgäu
6 Sonnentage im August
In einem von der Sonne nicht gerade verwöhnten August 2010 bot der Zeitraum 20. - 26. August mit Unterbrechungen ideale Wetterbedingungen für eine Tour vom Bodensee Richtung Königssee auf der gleichnamigen Radroute des Bayern-Netzes. Diese Zeit habe ich spontan genutzt.

- Blick auf Berge und Ort am Hopfensee mit Seerosen in Hopfen am Bodensee-Königssee-Radweg in Bayern
So wie hier am Hopfensee oder auf dem Weg von Schweinegg Richtung Zell bietet die Route des Bodensee-Königssee-Radwegs entlang der bayerischen Voralpenlandschaft des Allgäu immer wieder grandiose Ausblicke.

- Blick auf Zell mit Bergkulisse auf dem Weg von Schweinegg auf dem Bodensee-Königssee-Radweg in Bayern
Die Augusttour führte zunächst an einem Tag von Zizers (1) über Landquart (2), Sargans (3), Buchs (4), Oberriet (5), Widnau/Diepoldsau (6), St. Margrethen/Hoechst (7) nach Fussach (8). Von dort fuhr ich nach kurzer Rast am Rheinspitz weiter nach Lindau-Zech (11) über Hard (9) und Bregenz (10). Bei Fahrrad-Sport-Service RAIDer konnte ich den Reifendruck und die Einstellung der Luftfederung vorn optimieren lassen. Am frühen Abend fand ich nach dem ersten Abschnitt auf dem Bodensee-Königssee-Radweg Quartier in Lengatz (13).
Von neu gewonnenen Freunden aus Lengatz (13) auf den ersten Kilometern begleitet setzte ich meinen Weg am 2. Tag auf dem Bodensee-Königssee-Radweg bis nach Maria Rain (20) bei Oy (19) fort. Stationen dieser Etappe waren Oberstaufen, der grosse Alpsee (15) bei Immenstadt (16), Petersthal (17) mit einem kurzen Badeaufenthalt am Rottach-Stausee (18).
Die dritte Etappe beginnt mit einer steilen (12%) Abfahrt auf rutschigem, grobem Schotter ab Maria Rain (20). Die Einfahrt in diesen Teil der Strecke in Maria Rain (20) direkt an der Kirche zu finden, erwies sich als schwierig. Das Warnschild vor der steilen Abfahrt erklärte die fehlende Wegweisung. Für den Rückweg nahm ich eine Umfahrung direkt nach Oy (19). Die gefährliche Abfahrt mündet dann in eine landschaftlich sehr schöne Wegstrecke am Hopfensee (21) entlang durch Hopfen (22) Richtung Füssen (24) vorbei am Forggensee (23) über Hohenschwangau (25), Buching (26), Halblech, Trauchgau, Oberreithen zum Forsthaus Unternogg (27). Von dort erreiche ich über Altenau (28) vorbei an Oberammergau (29) über Bad Kohlgrub (30), Grafenaschau (31), Eschenlohe (32) am Abend mein Ziel Ohlstadt (33).
Nach 1½ Tagen Aufenthalt mit einigem Regen klarte das Wetter zum Mittag hin wieder auf und ich erreichte dem Streckenverlauf der Hinfahrt folgend am Nachmittag wieder das Forsthaus Unternogg (27) ohne nass zu werden. Die frühabendlichen Regengüsse bestätigten mich in der Entscheidung dort für die Nacht einzukehren. Am nächsten Tag hatten sich die Regenwolken weitgehend verzogen. So gelangte ich an diesem Tag unter Umfahrung der schlechten Wegstrecke bei Maria Rain (20) auf dem Bodensee-Königssee-Radweg bis nach Ratholz (14) am grossen Alpsee (15) bei Immenstadt (16), wo ich im Angesicht einer bis in den späten Abend betriebenen Sommerrodelbahn mein Nachtquartier fand. Auch am folgenden Tag wurde ich auf der Weiterfahrt nach Lindau (12) von der Sonne verwöhnt.

Ein besonderer Reiz dieser Tour liegt darin, dass immer wieder Seen am Wegesrand zur Rast und je nach Witterung auch zu einer kleinen Abkühlung einladen. Hier habe ich einen Platz an der Sonne am Rottachstausee (18) bei Petersthal (17) gefunden. Der lange Regen in den Wochen zuvor hat den See soweit gefüllt, dass die Liegewiese in Teilen noch eher den Charakter einer Sumpflandschaft hat.
Am nächsten Tag geniesse ich am Forggensee (23) eine kurze Abkühlung, nachdem ich bereits an einem Bootssteg an der Uferpromenade in Hopfen (22) am Hopfensee (21) eine längere Mittagsrast mit traumhafter Aussicht auf das Alpenpanorama eingelegt hatte (siehe 1. Panoramafoto oben).

Nach dem Forggensee (23) bei Füssen (24) und Hohenschwangau (25) öffnet sich dieser Ausblick auf den Bannwaldsee (26). Auf dem Weg dorthin zeigt sich bei Lücken zwischen den Häusern und Bäumen, die die Strecke säumen, immer wieder das Schloss Neuschwanstein. In Hohenschwangau (25) ist am Parkplatz für den Besuch der Schlösser jedoch ein solcher Auftrieb, dass ich mir eine Besichtigungstour durch die Schlösser verkneife.
Dafür lege ich dann nach einer längeren Strecke durch Weide- und Waldlandschaft mit für motorisierten Verkehr glücklicherweise unpassierbaren Passagen im Biergarten des Forsthauses Unternogg (27) eine letzte Rast vor meinem Zielort Ohlstadt ein.
Ganz unsportlich gönne ich mir dort ein kühles Weissbier und einen leckeren Salatteller, bevor ich die letzten 30km dieser Tagesetappe in Angriff nehme. Glücklicherweise leidet meine Kondition unter dem Biergenuss weniger als ich befürchtet hatte und ich erreiche Ohlstadt wie geplant und wohlbehalten am frühen Abend.
Eine unschöne Erfahrung mit der leider ziemlich chaotischen Wegweisung entlang des Bodensee-Königssee-Radweges bleibt mir leider nicht erspart. Bis Altenau (28) konnte ich dem Track folgen, den ich auf der Website von Bayernnetz für Radler ursprünglich nach Oberammergau geplant und als GPS-Track heruntergeladen hatte. Diesen Track hatte ich in mein Falk F30 Navigationsgerät mit der Fahrradnavigation MagicMaps geladen und war so ziemlich unabhängig von der Beschilderung der von mir geplanten Route. Ab Altenau war ich auf die Beschilderung der Strecke bis Ohlstadt angewiesen und die ist leider ziemlich lückenhaft und teils irritierend. Den richtigen Weg über Bad Kohlgrub (30), Grafenaschau (31) und Eschenlohe (32) fand ich erst nach einigen Irrfahrten und durch mehrfache Befragung von Passanten, deren Auskünfte gelinde gesagt nicht immer zielführend waren. Die Navigation nach online geplanter Tour und heruntergeladenem Track hat sich demgegenüber nach meiner Erfahrung sehr gut bewährt. Selbst ohne topografischen Kartenhintergrund ist das Fahren nach dem Track auf dem Navigationsgerät auch ohne Beschilderung und Ansagen durch das Navigationsgerät gut möglich. Die Beschilderung des Bodensee-Königssee-Radweges dagegen ist stark verbesserungswürdig.


