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Carlos Blog

by Dr. Reiner Pietrzak last modified 2011-05-24 23:23

Carlo von Canterbury auf Tessin Tour - der kleine Paddington Bear aus der Coop Trophy war bei der ganzen Maitour dabei - für ihn begann die Reise im Dunkel des Rucksacks. Erst im Quartier in Airolo durfte er in seinem Badedress an die Luft, schliesslich sollte er sich nicht erkälten - letztlich wurde alles gut und er kam heile zurück nach Zizers zu seiner Familie. Carlo ist auch bei der Maitour 2011 wieder dabei. 1. Station Zermatt, 2. Station Sion - das Wallis ist diesmal unser Ziel.

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Carlo von Canterbury im Grünen

 

 

 

 

 

11.05.2011

Matterhorn von unterhalb der Jugendherberge Zermatt gesehen 300x400px

 Rechtzeitig zum Beginn der Maitour 2011 hat sich das Wetter in Zermatt eingetrübt. Bei unserer Ankunft am frühen Nachmittag schlägt uns noch die gespeicherte Sonnenwärme des Tage entgegen. Die Jugendherberge zu finden, beschert uns die erste kleine Dorfrundfahrt. Schliesslich bringen uns zwei unauffällige gelbe Schilder in etwa doppelter Postkartengrösse auf die Spur. Der offizielle Übersichtsplan des Dorfes kennt die Jugendherberge nicht. Aber anhand der Adresse lässt sich der Weg aufspüren. Wegen zahlreicher Bauarbeiten im Dorf ist aber der ein oder andere Weg versperrt. Bis zum Abendessen haben wir immerhin noch herausgefunden, dass ein Teil der Bergbahnen jetzt im Mai pausiert - Nebensaison, ungünstige Witterung, zu wenig Nachfrage, ... Die geplanten Wanderungen sind so nicht möglich.

Später nach einem regnerischen Intermezzo zur Abendbrotzeit ist das Matterhorn wieder wolkenfrei.  Und für morgen vormittag hat der Wetterbericht Positives zu vermelden. Sehen wir mal, wohin uns eine Halbtagestour mit der Gornergratbahn führt.

Die Jugendherberge ist jedenfalls vielversprechend. Das Abendessen war gut und reichlich. Und der Internetzugang per WLAN funktioniert sehr gut.

Beinahe wäre die Tour geplatzt, weil das Velo nicht mehr rechtzeitig aus der Wartung zu kommen drohte. Die winterlichen Fahrbedingungen hatten dem neuen Velo so zugesetzt, dass bereits nach 2700km eine neue Kette und das Wenden des Ritzels hinten fällig waren. Auch die Bremsbeläge der Scheibenbremsen vorn und hinten waren durch ein paar "Bergtouren" bereits verschlissen. Allwettertauglichkeit ist wohl für die Velobranche noch ein Fremdwort.

12.05.2011

Blaue Sterne im Alpgras 240x180 72dpiKurzentschlossen habe ich am Morgen ein Ticket von Zermatt bis zum Gornergrat und zurück gelöst. Zwar haben sich die Wolken über dem Gipfelpanorama während des ganzen Tages nicht verzogen. An der Station Riffelalp beschliesse ich spontan, auszusteigen. Dafür werde ich auf der Wanderung von der Riffelalp vorbei am Grünsee und Mosjesee über Findeln zurück nach Winkelmatten mit blauen Sternen im Alpgras belohnt. 

Während der Mittagsrast am Grünsee warte ich leider vergeblich, dass sich die Wolken vor dem Matterhorn verziehen mögen. Heute ist nicht der Tag für die Besichtigung von Alpenpanoramen. Dafür sind nicht so viele Wanderer unterwegs. Uns begegnet auf dem ganzen Weg nur ein Wandererpaar. Kurz hinter Findelen überholen uns dann noch zwei Marathonläufer im Training für das Zermatt-Marathon-Event.

Carlo vermisst das Matterhorn hinter den Wolken am Grünsee 300x400 72dpiDafür begegnen uns mysthische Wesen, die wir noch nie in unserem Leben gesehen haben, die wir aber immerhin vom Hörensagen kennen, es gibt sie also wirklich:

Junge Steinböcke am Gornergrat 210x280 72dpiAm Gornergrat ist es eine kleine Herde von Steinböcken. In schwindelerregender Höhe über dem Gornergletscher tief unten balancieren sie über die Grate. Angesichts ihres stämmigen Körperbaus traut man ihnen die Eleganz und Leichtigkeit in der Bewegung gar nicht zu.

Auf dem Weg vom Grünsee vorbei am Moosjesee und über Findeln begegnen uns mehrfach Murmeltiere. Offenbar sind sie ebenso überrrascht wie wir. Jedenfalls werden wir neugierig in Augenschein genommen, bevor fluchtartig das Weite gesucht wird.

Bei Findeln beginnt es zu regnen. Der Regen lag schon länger in der Luft. Aber bis zum frühen Nachmittag hatte es allenfalls mal kurz getröpfelt. Am Gornergrat hat es morgens sogar einmal kurz geschneit. Aber insgesamt ist es wohl für die Jahreszeit zu trocken. Der Grünsee jedenfalls war fast ausgetrocknet. Liegt das vielleicht an den vielen Schneekanonen, die am Weg vom Bergrestaurant "Grünsee" zum Moosjesee noch aufgebaut waren?

Hat eine Destination mit dem Namen Zermatt solche technischen Hilfsmittel wirklich nötig, um die Saison um jeden Preis hinauszuschieben? 

Laut Anschlagtafel war der von mir gewählte Weg nur schwer (Passagen mit Schnee und Schmelzwasser) bis gar nicht begehbar. Ich konnte unterwegs keine Hinweise darauf erkennen, dass diese Erschwernisse wirklich hinderlich waren. Wer mit normalen Bergwanderstiefeln unterwegs ist, sollte mich solchen Passagen keine Mühe haben.

Murmeltier auf der Alp 280x210 72dpi Hier grüsst das Murmeltier alle Daheimgebliebenen. Alles weitere morgen.

13.05.2011

Bilderbuchwetter und klare Luft bescheren optimale Fernsicht auf das Gipfelpanorama mit Dufourspitzen, Matterhorn und Weisshorn:

Panorama - Blick vom Gornergrat auf Dufourspitze bis Matterhorn

Panorama - Blick vom Gornergrat auf Matterhorn bis Weisshorn

Wegweiser im Winterschlaf bei der Riffelalp 156x400 72dpiDas Wetter animiert uns zu einer Wanderung vom Riffelberg zur Riffelalp. Die Swiss Top-Route hält immer wieder atemberaubende Aussichten für uns bereit. Allerdings sind auch die Spuren des Winterbetriebs mit schweren Pistenfahrzeugen und Schneekanonen nicht zu übersehen. Die Wegweiser befinden sich jetzt in der Nebensaison noch teils im Winterschlaf. Offenbar haben die Gemeindemitarbeiter genug mit der Beseitigung von Spuren des Winterbetriebs zu tun und können sich erst mit Beginn der Sommersaison im Juni um die Wegweisung kümmern.

Überraschtes Murmeltier bei der Riffelalp 280x210 72dpi Überraschte Murmeltiere machen mit ihrem schrillen Warnpfiff auf den einzelnen Wanderer aufmerksam.

Blau blüht der Enzian 210x280 72dpi Blau blüht der Enzian am Wegesrande.

Matterhorn in der Morgensonne 300x400 72dpiNeuschnee hat dem Matterhorn über Nacht eine weisse Samtdecke verpasst, die in der Morgensonne das Tal von Zermatt überstrahlt. So stellen wir uns die Bilderbuchschweiz mit glockenden Alpkühen und Schoki vom Feinsten vor.

Da für den nächsten Tag Eintrübung und im Tagesverlauf Regen vorausgesagt sind, verabschieden wir uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge von Zermatt.

Wir werden den Zug bis Visp nehmen und uns dann auf der nationalen Veloroute 1 - der Rhoneroute - nach Sion durchschlagen. Die geplante Panoramaroute für Mountainbikes oberhalb des Rhonetals sparen wir uns für einen späteren Besuch mit besseren Wetterbedingungen auf.

14.05.2011

Das Wetter entspricht ziemlich genau der Vorhersage. Die geplante Route nach Wegweisung zu fahren entpuppt sich schon gleich zu Beginn in Visp als Herausforderung. Jede Menge Wanderwegweiser auf beiden Seiten des Bahnhofsausgangs aber nicht ein einziges Velosignal.

Wir fahren einfach mal von der Rückseite des Bahnhofs los in Gegenrichtung der Autoverkehrswegweiser nach Brig. Nach ca. 1 km stossen wir dann auf das erste Hinweisschild für die nationale Veloroute 1 - die Rhoneroute und das im Musterland der Velo- und Wanderweg-Signalisierung!? Bis Sierre können wir der Wegweisung dann gut folgen.

Getwing - nimm Dir Flügel 400x300 72dpiIn Getwing nehmen wir uns die angebotenen Flügel. Wenig später lassen wir uns von einer prächtigen Walliser Kuh mit heimatverbundener Glocke mächtig beeindrucken:

Walliser Kuh mit Glocke 210x280 72dpiIn Sierre verlieren wir angesichts der chaotischen Wegweisung völlig die Orientierung. Zum Glück sind wir wenigstens auf der Kantonsstrasse und nicht auf der Simplonautobahn nach Sion gelandet. Auf dem Fahrradstreifen schlagen wir uns bis St. Lèonard durch. Eine Tunneldurchfahrt können wir uns über einen Bypass durch Weinberge sparen. Der ist immerhin signalisiert mit irgendwelchen vom Ansehen her mindestens 10 Jahre alten Wegweisern.

Nachtrag vom 16.05.2011: Nach dem Besuch der Domäne Mythopia bei Ayent entschliessen wir uns, der Irrfahrt in Sierre auf den Grund zu gehen. Nachdem wir die Route bis zum Ortseingang von Sierre zurückverfolgt haben und die Strecke erneut Richtung Sion befahren, erkennen wir: Wir haben den Abbiegehinweis an der Kirche vor der Bahnunterführung in Sierre nach links übersehen und sind dann an der Kirche vorbei in einer Einkaufs-/Fussgängerzone gelandet. Dieser Abbiegehinweis könnte wohl etwas deutlicher ausfallen.

In St. Lèonard bringt uns der Hinweis auf einen Campingplatz auf der anderen Seite der Bahntrasse auf die richtige Spur. Wir folgen dem Hinweis entlang der Liène, einem Nebenfluss der Rhone durch St. Lèonard, überqueren Autobahn und Rhone und sind zurück auf der Veloroute 1 nach Sion.

Der Rest ist ein Kinderspiel. Die Veloroute führt uns direkt zu Bahnhof und Jugendherberge. Eine halbe Stunde nach unserer Ankunft in der Jugendherberge beginnt der grosse Regen - Schweiss tropf, Stirn wisch.

Für den Sonntag haben wir uns nicht viel vorgenommen, weil für die ganze Schweiz schwerer Regen vorhergesagt ist. Wir lassen uns mal überraschen.

 

15.05.2011

Weinbergterrassen über den Schlössern von Sion 400x300 72dpiBeim Frühstück am Morgen reift der Entschluss, die Route zum biologisch bewirtschafteten Weinbaubetrieb bei Ayent (Argnoud) 'Mythopia' zu erkunden. Die dicken Wolken sind aufgerissen und lassen die Sonne häufiger und mehr als erwartet durchbrechen. Die ersten Kilometer bergauf innerhalb und oberhalb von Sion sind beflügelt duch die warme Sonne schnell hinter uns gebracht.

Ein schöner Panoramaweg durch die Weinbergterrassen entschädigt für den Schweiss des Anstiegs. Oberhalb der Schlossberge von Sion geniessen wir den Wechsel aus kühlendem Wolkenschatten bei Anstiegen und wärmenden Sonnenstrahlen bei Abfahrten. Irgendwie ist alles perfekt. Die regionale Veloroute 72 durch die Weinbauregion zwischen Sion und Sierre ist sehr gut signalisiert. Erst bei Grimisuat gehen wir in die Irre.

Walliser Bauarbeiter oder deren Vorgesetzte haben offenbar die auch anderweitig verbreitete Vorstellung, für Velofahrer müsse keine Umfahrung von Baustellen signalisiert werden. Die wurschteln sich schon irgendwie durch. Die Walliser Variante ist beispielhaft ignorant und arrogant zugleich:

Velowegsperrung ohne Umwege nach Walliser Art 600x229 72dpi

Die Wegweiser sind verschwunden. Quergestellte Maschinen signalisieren - hier ist gesperrt, selbst ist der Scout.

Reife Kirschen im Mai auf dem Weg von Mythopia nach St. Leonhard 300x400 72dpiIrgendwie finden wir dann bei Signèse auf den richtigen Weg zurück.

(Fast) Reife Kirschen im Mai sehen wir entlang der Abfahrt nach St. Lèonard. Wir folgen der Veloroute 72 weiter Richtung Sierre. Doch plötzlich kommt heftiger Wind rhoneaufwärts auf. Aus Richtung Sion dräuen dunkle Wolken.

Bei der Durchfahrt durch St. Lèonard Richtung Veloroute 1 beobachten wir ein älteres Paar bei einer stürmischen Kirschenernte. Es hält kaum die Leiter im Baum, mutig.

Wieder gelingt es uns, vor dem einsetzenden Regen die Jugendherberge zu erreichen. Allerdings ist der stürmisch, böige Wind unangehmer als der nur tröpfelnde Regen.

Für den nächsten Tag ist ein Besuch des Forschungsweinbergs des Delinat-Instituts, Arbaz - der Domäne 'Mythopia' - nahe Ayent geplant. Wir wollen uns die Wirkung der legendären Schwarzerde ansehen - 'terra preta', einem Vermächtnis der Inka. Diesem Stoff werden wahre Wunder bezüglich der Nachhaltigkeit der Bodenbewirtschaftung nachgesagt.

Die wichtigsten Eigenschaften der 'terra preta' sind ihre gleichzeitige Langzeitwirkung als Nährstoffspeicher und Wasserspeicher. Da beides (Nährstoffe und Wasser) nur langsam an die Pflanzen abgegeben wird, wird der Boden nicht ausgelaugt und trocknet auch nicht so leicht aus. Mit Kompostgaben und Zwischenpflanzungen kann die Depotwirkung der 'terra preta' optimiert werden. Der Forschungsweinberg wird biologisch bewirtschaftet. Nachdem wir einiges über das Delinat-Institut, Arbaz gelesen haben, sind wir gespannt auf den praktischen Eindruck bei unserem Besuch.

16.05.2011

Domäne Mythopia bei Ayent, Wallis 600x330 72dpi
Die biologisch bewirtschafteten Weinbergterrassen der Domäne Mythopia bei Ayent, Wallis

 

Der für uns auffallendste Unterschied zum konventionellen Anbau rechts sind die gelichteten Reihen von Weinreben. Nur jede 2. Reihe wurde für die Umstellung auf Bioanbau stehen gelassen. Zwischen den Reihen von Weinreben wurden unterschiedliche Arten von Zwischenpflanzungen angelegt. Deren Wirkung auf den Wasser- und Nährstoffhaushalt wird über einen längeren Zeitraum beobachtet und in regelmässigen Zeitabständen durch die Analyse von Boden- und Pflanzenproben statistisch ausgewertet. Die Reben links im Vordergrund wurden vor 4 Jahren umgestellt. Der Versuchsanbau mit den Reben im Hintergrund läuft bereits seit 7 Jahren.

Experimente mit Zwischenpflanzungen 1 600x167 72dpi
Experimente mit Zwischenpflanzungen: 1) Wie können die Nährstoffe und das Wasser im Boden gehalten und für die optimale Versorgung der Weinreben nach Bedarf freigegeben werden? 2) Wie können Insekten für den Schutz vor Schädlingen und die optimale Bestäubung angelockt werden?

Neben der Wirkung auf Nährstoff- und Wasserhaushalt werden von den Zwischenpflanzungen weitere Wirkungen erwartet, die bisher aber nicht statistisch erfasst werden. Zum einen wird von den Zwischenpflanzungen die Wirkung als Barriere gegen die Übertragung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingsbefall erwartet.

Experimente mit Zwischenpflanzungen 2 600x167 72dpi
Experimente mit Zwischenpflanzungen: 3) Wie kann die Wirkung gegenseitigen Schutzes durch Mischanbau mit unterschiedlichen Zwischenpflanzungen optimal genutzt werden? 4) Gibt es wirtschaftlich/ergänzend nuztbare Zwischenpflanzungen (Erdbeere, Weinbergpfirsich, Himbeere, Sanddorn)?

Die Zwischenpflanzungen können ausserdem die Attraktivität für Fressfeinde potentieller Schädlinge erhöhen. Nicht zuletzt wird mit direkt nutzbaren Zwischenpflanzungen wie Erdbeeren, Gerste, Roggen, Sanddorn experimentiert. In letzterem Fall mit im Wallis vorkommenden unterschiedlichen alten Arten des Sanddorns - hier folgt der Anbau auch dem Arche-Prinzip: Erhalt alter Pflanzensorten, die vom Aussterben bedroht sind. Für einzelne Zwischenpflanzungen wird untersucht, welche Form der Pflege den optimalen Einfluss auf Nährstoff- und Wasserhaushalt des Bodens hat: 1) Mähen und Verrotten lassen, 2) Walzen und Nachwachsen lassen 3) Mähen und in den Boden einarbeiten.

Terra Preta: Biokohle und Kompost als Nährstoff- und Wasserspeicher 400x300 72dpi
Ein Vermächtnis der Inka, terra preta: Biokohle und Kompost als Nährstoff- und Wasserspeicher für eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung

Bei allen Weinreben wird der Einfluss der 'terra preta' untersucht, erkennbar an den kleinen Splittern von Biokohle, die zu Beginn der Umstellung zusammen mit Kompostgaben in den Boden eingearbeitet wurde.

Eine Aussage über den Einfluss der Biokohle wird durch Vergleich von Anbauflächen mit Biokohle und ohne Biokohle ermöglicht.

Bei neuerdings umgestellten Flächen wird der Versuchsanbau schachbrettartig mit und ohne Biokohle/Kompost angelegt, um Einflüsse auf das Versuchsergebnis aus kleinräumigen Unterschieden in Bodenbeschaffenheit und Kleinklima möglichst auszuschliessen. 

 

Wetterstation im WeinbergDas Bodenleben (Regenwürmer mit Lebensraum in unterschiedlichen Bodentiefen, Bodeninsekten, Bakterien) sorgt für die Bereitstellung der Nährstoffe in für die Pflanzen aufnehmbarer Form.

Diese Form der Aufbereitung von Nährstoffen geht langsam vonstatten und ist auf Nachhaltigkeit angelegt. Die Umstellung auf diese Form des Anbaus dauert deshalb mit vorrübergehenden Ertragseinbussen etwa 3 bis 5 Jahre.

Eine Wetterstation im Weinberg ermöglicht die Optimierung des Einsatzes von biologisch zulässigen Schädlingsbekämpfungsmitteln und zusätzlicher Bewässerung in der Anwuchsphase von Zwischenpflanzungen.

Tröpfchenbewässerung statt Wassersprenger im Weinberg 208x400 72dpi

Schmetterling im Weinberg 2 280x210 72dpi

Schmetterling im Weinberg 1 280x210 72dpi

Nussbaum im Weinberg 196x400 72dpiBei der Bewässerung wurde von Wassersprengern auf Tröpfchenbewässerung umgestellt. Durch die Anlage der Rebreihen in paralleler Hanglage wird die Auswaschung von Nährstoffen erschwert und die Handarbeit im Weinberg erleichtert. Durch die Zwischenpflanzungen ist eine maschinelle Bearbeitung des Weinbergs nicht möglich.

Bläuling auf der Bienenweide 280x210 72dpi

Auffallend ist die grosse Vielfalt an Schmetterlingen im biologisch bewirtschafteten Weinberg mit Zwischenpflanzungen.

Ein Baumnussbaum im Weinberg wird irgendwann ein schattiges Plätzchen im Weinberg schaffen.

Nährstoffanreicherung nach unten im konventionellen Weinbau 260x400 72dpi
Nährstoffe reichern sich bei kontentionellem Weinbau in Flussrichtung des Wassers nach unten vorn in den Weinbergterrassen an, wie auf dem Foto von der Umstellung auf biologischen Anbau an der Wuchskraft vorn zu erkennen

An dieser vor 5 Jahren umgestellten Rebreihe (noch im ursprünglichen Pflanzabstand) ist deutlich die Anreicherung der Nährstoffe unten am Hang an der unterschiedlichen Wuchskraft der Reben erkennbar. Anstatt mit Leguminosen wurde die Zwischenpflanzung mit Wiesengräsern und Kräutern angelegt. Die Gräser stehen mit den Reben in grosser Konkurrenz um Nährstoffe und Wasser. Deshalb ist der Unterschied zwischen Hangfuss und Hang viel ausgeprägter. Am Hangfuss hatte sich während der Jahrzehnte konventioneller Wirtschaft mit Erosion der Humus angereichert.

Wir bedanken uns für die hochinteressante Führung und verabschieden uns von 'Mythopia'.

Noch in diesem Jahr (2011) und im Folgejahr lädt das Delinat-Institut Kleingärtner zu einem Feldversuch mit der 'terra preta' ein. Damit soll die Wirkung bei unterschiedlichsten Bodenverhältnissen untersucht werden. Interessierte Kleingärtner finden alle Informationen auf der Website des Delinat-Instituts. Dort gibt es auch weitere Hintergrundinformation zu aktuellen Forschungsfragestellungen.

Copyright 2007, by the Contributing Authors. Cite/attribute Resource. reinerp. (2010, June 15). Carlos Blog. Retrieved May 22, 2012, from (\'Der Radlotse - von ortskundigen Kennern fuer Kenner andernorts\', \'UTF-8\') Web site: http://www.radlotse.org/routen/schweiz/graubunden/maitour-ins-tessin/carlos-blog. This work is licensed under a Creative Commons License. Creative Commons License
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